AMH 2.0

von am 11.05.2019 in AMH 2.0

von Anais Wiedenhöfer

Auf nach Down Under

Ein Teil des SmartSquare-Teams, einschließlich mir (ich Glückliche), durfte Anfang des Jahres nach Neuseeland und Australien zur Travelling Conference “Smart Cities – Urban Testbeds” reisen.

Das fünfköpfige Team startete seine Reise in Auckland (Neuseeland), gefolgt von Melbourne (Australien) und endete in Sydney.

Die Travelling Conference wurde ins Leben gerufen, um bestehende Partnerschaften zu stärken sowie zukünftige Kooperationen an der Schnittstelle von Forschung, City Labs und Wirtschaftsclustern zu initiieren. Dabei stand nachhaltige Stadtentwicklung im Fokus, wobei aber auch immer an den Faktor Kultur mitgedacht wurde. Unser Ziel war es, anregende Gespräche zu führen, unseren Stand der Forschung vorzustellen und mit viel Feedback, Inspiration und neuen Kontakten zurückzukehren.

 

Erste Station: Auckland

Nach mehr als einem Tag im Flieger landete unsere Truppe in Auckland, wo wir etwas Zeit zum Akklimatisieren hatten, bevor es losging. Der Auftakt zur Konferenz fand im Auckland War Memorial Museum statt. Hier traf das Team nicht nur auf den Museumsdirektor und sein Digital-, Forschungs- und Vermittlungsteam, sondern auch auf VertreterInnen der Universitäten, der Bibliotheken, von Bildungseinrichtungen, der Stadtplanung und der Kommune. Wir tauschten Strategien und Wissensstände aus. Aber vor allem wurde viel darüber gesprochen, welche Schnittstellen aufgebaut werden müssen, damit gemeinsam die Stadt(-gesellschaft) von morgen smarter geplant werden kann.

 

Die Skyline von Auckland
Die Skyline von Auckland

Die Skyline von Auckland

 

Das SmartSquare-Team erkundet das Dock des neu gestalteten Silo Parks

Das SmartSquare-Team erkundet das Dock des neu gestalteten Silo Parks

 

Impressionen aus dem Auckland War Memorial Museum
Impressionen aus dem Auckland War Memorial Museum

Impressionen aus dem Auckland War Memorial Museum

 

Weiterreise nach Australien

Nach nur zwei anregenden Tagen in Neuseeland ging es für uns weiter nach Melbourne. In der Metropole wohnen 4,3 Millionen Menschen und die Einwohnerzahlen steigen rasant. Ein spannendes Feld und eine Kommune, die selbstsicher mit den Potenzialen der Digitalisierung umzugehen scheint.

Auch hier nutzten wir den Aufenthalt, um mit möglichst unterschiedlichen Stakeholdern zu sprechen. Wir trafen uns mit VertreterInnen der Smart-City-Abteilung der Stadt Melbourne und des Labors City DNA um über Simulation, Datenerhebung und -analyse zu sprechen. Ähnliche Themen beschäftigen auch die ForscherInnen bei AURIN, dem Australian Urban Research Infrastructure Network an der University of Melbourne, wo wir ebenfalls zu Gast sein durften.

Sehr konkrete Parallelen zu unserer Arbeit fanden sich auch im Gespräch mit den Zuständigen für das Entwicklungsprojekt rund um den Queen Victoria Market – ein historisch sehr bedeutender Ort für die Stadt. Hier lag früher ein Friedhof, der zu Gunsten eines Marktes weichen musste. Die Neugestaltung des Marktes greift die Historie auf und möchte ihr mehr Raum geben als bisher – ähnlich wie es auch am Hamburger Domplatz geschehen ist.

 

Kay Hartkopf stellt SmartSquare vor

Kay Hartkopf stellt SmartSquare vor

 

Zu Gast bei Melbourne City DNA

Zu Gast bei Melbourne City DNA

 

Eindrücke aus Melbourne
Eindrücke aus Melbourne

Eindrücke aus Melbourne

 

Last but not least: Sydney

Die letzte Station der Reise war Sydney. Die dritte Metropole in nur einer Woche und ebenfalls eine Stadt, die sich dem Wachstum stellen muss und will. Allein der Weg von der Unterkunft zum Kiosk am ersten Abend macht deutlich: Hier passiert etwas. Baustellen über Baustellen, Gewusel und eine Menge Touristen noch dazu. Der CBD (Central Business District), wie die Australier ihre Innenstadt nennen, ist wie auch in Melbourne zentraler Knotenpunkt der Stadt. Er soll zukünftig durch diverse neu geplante Stadtgebiete in den Außenbezirken entlastet werden. Eines davon konnten wir besuchen – oder besser gesagt, die Auftaktveranstaltung zum Planungsbeginn: die Smart Places Conference Penrith. Hier kamen Kommune, Investoren, Universitäten und weitere Treiber der Stadtentwicklung zusammen. Es soll eine großflächige Entwicklung angestoßen werden, die sich der Potenziale von Smart-City-Technologien bedient und einen Arbeits- und Wohnstandort bietet, der genauso attraktiv sein soll wie die Innenstadt. Als wichtigstes Element des Konzepts kann man den neuen 24-Stunden-Flughafen bezeichnen, der hier angesiedelt sein wird und eine Vielzahl an Inlandsflügen für PendlerInnen bietet. Ganz schön beeindruckend!

Noch viel eindrücklicher war es in Barangaroo, wo unsere Abschlussveranstaltung gemeinsam mit dem Bezirk Barangaroo, dem Goethe-Institut und der Greater Sydney Commission stattfand. Vom 27. Stockwerk aus konnte man der Stadt förmlich beim Wachsen zusehen. Hier entsteht, ähnlich wie in der Hamburger HafenCity, ein neuer Stadtteil am alten Hafen. Das 22 Hektar große Areal wurde neu entwickelt und verbindet Handel, Bürostandorte, Wohnen, Kultur und vor allem viele öffentliche Räume. Mit der Namensgebung ehrte man Barangaroo, eine bedeutende Frau vom Aborigines-Stamm der Cammeraygal. Sie hatte in den Tagen der frühen europäischen Kolonie einen erheblichen Einfluss.

 

Was wir von der Reise mitbringen: internationaler Ideenaustausch zur smarten Stadt

Im Zentrum stand der Austausch von Erfahrungen, die andere Reallabore aufgrund von Visualisierungen, Simulationen urbaner Daten und wissenschaftlicher Erkenntnisse aus dynamischen Platz- und Quartiersbeobachtungen machen. Smart City ist ein fast inflationär verwendeter Begriff, der so vielschichtig ist, dass sich die Wenigsten wirklich bewusst sind, was alles dahintersteckt. Wir vom SmartSquare-Team beschäftigen uns mit einer kleinen urbanen Einheit, nämlich dem Domplatz, um möglichst viele dieser Ebenen zu betrachten. Jedoch ist das Potenzial, die Methoden auf andere Orte übertragbar und auf größere Maßstäbe skalierbar zu machen, stets Bestandteil unserer Arbeit und ein zentrales Projektziel.

Die Travelling Conferece war eine einmalige Chance, um über den Tellerrand zu blicken. Neue Dimensionen, andere sozio-kulturelle Gegebenheiten sowie ein individueller Umgang mit der Digitalisierung von Städten sind dabei nur ein paar der Eindrücke, die wir mitnehmen konnten. Ebenso wichtig war es uns aber auch, unsere eigene Forschung zur Diskussion und uns den Fragen Außenstehender zu stellen.

Ein interdisziplinärer Austausch über Ländergrenzen hinweg kann aus meiner Sicht nur als positiv und wichtig bezeichnet werden. Man lernt voneinander, erkennt gemeinsame Fragen und Herausforderungen und bringt sich so gegenseitig voran.

 

Barangaroo von oben
Die Oper von Sydney in echt zu besuchen, war durchaus ein Highlight.
Super essen kann man da auch ;)

Sydney ist geprägt von Kontrasten und Höhenunterschieden. Die Oper von Sydney in echt zu besuchen, war durchaus ein Highlight.
PS: Super essen kann man da auch 😉

 


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