INTERVIEW / PORTRAIT

von am 01.11.2020 in Interview / Portrait

 

 

Egal, wem ich von meiner Praktikumsstelle erzählt habe – die Reaktion war meistens ähnlich irritiert. Zugegeben: In meinem Studium habe ich auch keinerlei Berührungspunkte mit steinzeitlichen Kulturen und deren Höhlenmalereien. Doch wenn ich beispielsweise an mein erstes Semester zurückdenke, in dem wir über Aristoteles und dessen Lehre vom Staat gesprochen haben, lassen sich bereits erste Parallelen ziehen. Während sich die Politikwissenschaft mit den Anfängen der Demokratie und der politischen Ideengeschichte auseinandersetzt, beschäftigten sich Archäologen in Griechenland zum Beispiel mit den Ausgrabungen der Philosophenschule Lykeion, an der Aristoteles lehrte, oder dessen Grabes. Also ist es auch gar nicht so abwegig, wie es anfangs vielleicht scheinen mag, mein sechswöchiges studentisches Pflichtpraktikum in der Presseabteilung des Archäologischen Museums Hamburg zu absolvieren.

Persönlich habe ich schon in meiner Kindheit viele positive Erfahrungen im Museum gemacht. Ob auf Schulbesuchen oder Kindergeburtstagen: Vor allem an das Steinzeit-Programm rund um Feuermachen und Brotbacken habe ich gute Erinnerungen. Das Praktikum bietet mir die Möglichkeit, an einen lieb gewonnenen Ort meiner Kindheit zurückzukehren und dabei etwas über die Arbeit im Museum im Allgemeinen und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Speziellen zu lernen.

Die klassischen Aufgaben eines Museums lauten: Sammeln, Forschen, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln. Doch wie soll all das ohne Presseabteilung laufen? Wie sollen Forschungsergebnisse präsentiert und Ausstellungen besucht werden, wenn niemand davon weiß? Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gehören also genauso zum täglichen Geschäft des Archäologischen Museums wie die Auswertung von Grabungsergebnissen und Besucherführungen.

In meinen ersten beiden Wochen hatte ich bereits viele Möglichkeiten, Einblicke in diese interessante und abwechslungsreiche Arbeit zu erhalten. Ob Schreiben von Pressemitteilungen, Knipsen von Fotos für soziale Medien, Mithilfe bei der Organisation von Veranstaltungen oder Auswertung der Presseberichterstattung: alle Aufgaben bereiteten mir Freude und bestärkten mich in meinem Wunsch, später einen Beruf in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu ergreifen. Als Fachfremde (Archäologie kenne ich wirklich nur von besagten Kindergeburtstagen) konnte ich darüber hinaus meinen Horizont erweitern. So lernte ich beim Verfassen von Texten über den neu erschienenen Historiencomic „Hammaburg“ etwas über unsere Stadtgeschichte und während ich Pressemitteilungen zu Veranstaltungen schrieb, flammte in mir ein Interesse für Gladiatoren im antiken Rom auf.

Gerade deshalb freue ich mich auch auf den Rest meines Praktikums: Ich bekomme die Möglichkeit, weitere Einblicke zu erhalten, meine neu erlernten Fähigkeiten weiter zu trainieren und noch mehr über Archäologie zu erfahren.

 

 


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