AMH 2.0

von am 07.03.2017 in AMH 2.0

Hamburger Domplatz mittels neuer Technologien erlebbar machen

Kann die Geschichte des Hamburger Domplatzes mittels neuer Technologien erlebbar gemacht werden? Und kann die Attraktivität des Platzes durch kulturelles Storytelling und innovative Dienstleistungsangebote gesteigert werden? Auf Grundlage dieser Fragestellungen untersucht das Archäologische Museum Hamburg (AMH) in Kooperation mit Forschenden der HafenCity Universität Hamburg (HCU), dem Digitalnetzwerk Hamburg@work und eCulture.info die Revitalisierungspotenziale dieses zentralen Ortes in der Hamburger Innenstadt.

 

 

Der Hamburger Domplatz ist einstiger Standort der Hammaburg und war über Jahrhunderte hinweg geistig-kultureller Mittelpunkt der Stadt. Inmitten eines hochfrequentierten Geschäftsviertels – zwischen Mönckebergstraße und Speicherstadt – wird der Platz derzeit jedoch vor allem als Durchgangszone genutzt. Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziertes Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ untersucht nun die Potenziale zur Revitalisierung des Platzes. Eine datenorientierte Bestandsaufnahme und Analyse des Platzes stellt dabei die Basis für die Modellierung verschiedener Nutzungsszenarien dar. Die darauffolgenden Maßnahmen der Entwicklung und prototypischen Implementierung von Dienstleistungsangeboten werden schließlich evaluiert und hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf die Revitalisierung von Vergleichsorten überprüft.

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg: „Das Archäologische Museum Hamburg hat die Geschichte der Hammaburg und die Anfänge der Hansestadt gründlich erforscht und neu bewertet. Die spannenden Forschungsergebnisse sollen künftig vor Ort im Herzen der Stadt erlebbar gemacht werden. Zusammen mit der HCU Hamburg beschreiten wir neue Wege des kulturellen Storytellings und testen aus, wie Archäologie und Geschichte digital und smart Besucher und Passanten faszinieren können“.

Prof. Dr. Gesa Ziemer, Direktorin des : „Wir freuen uns, dass die Untersuchung am Domplatz nun beginnen kann. Wir sehen großes Potenzial darin, die vom MIT entwickelten CityScopes nach dem erfolgreichen Beteiligungsverfahren ‚FindingPlaces’ im Rahmen des Forschungsprojekts mit Partnern aus Forschung, Kultur und Digitalwirtschaft weiterzuentwickeln.“

Qualitative und quantitative Erhebung der Nutzung des Domplatzes

Ein zentraler Fokus des Verbundprojekts liegt in der Verschränkung qualitativer und quantitativer Forschungsansätze: die Bestandsaufnahme der Nutzungen des Platzes durch qualitative Methoden und deren Visualisierung sowie Analyse auf interaktiven Stadtmodellen, den so genannten CityScopes, welche mit digitalen Daten gespeist werden, um ein möglichst umfassendes Bild zu erzeugen. Die Wechselwirkungen und Potenziale von Kultur, Tourismus, Mobilität und Handel für eine Revitalisierung kleinräumiger Quartiere werden auf diese Weise prototypisch am Domplatz untersucht. Eine besondere Rolle spielt die Nutzung und Einbindung von kulturellen Injektionen am Platz. Dabei wird gefragt, wie bedarfsgerechte, auf die lokalen Verhältnisse zugeschnittene Geschäftsmodelle und smarte Dienstleistungen im Quartier aussehen könnten und ob sie einen substantiellen Beitrag zur Belebung von Plätzen leisten können.

Uwe Jens Neumann, Geschäftsführer Hamburg@work GFM mbH: „In unserer Projektverantwortung liegt sowohl die Einbindung von Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft in die zukünftige Entwicklung der Dienste als auch die Kommunikation im Netzwerk. Das Ziel dabei ist, die Nachhaltigkeit der Ergebnisse des Projektes zu stärken.“

Jens Bley, Initiator „Smart Square“, eCulture.info: „In diesem hochkarätigen Partnerverbund wird die Rolle von kulturellem Storytelling, also dem Einsatz innovativer digitaler Erzählformen im Kontext einer digitalen Stadt, zur Steigerung der Attraktivität eines Platzes praxisnah wissenschaftlich untersucht. Die Erkenntnisse vom Domplatz sollen auf andere Plätze und Quartiere regional, national und international übertragbar werden.“

Entwicklung innovativer Kultur- und Dienstleistungsangebote

„Kulturelle Injektionen“, multimediale Installationen des Archäologischen Museums, knüpfen darüber hinaus an die spezifische Geschichte des Platzes an und machen diese erfahrbar. Unter Einbeziehung unterschiedlicher Akteure, Anrainer, Platznutzer und Dienstanbieter werden verschiedene Platz-Szenarien entwickelt und darauf aufbauend integrierte digitale Dienstleistungsangebote aus den Bereichen Kultur, Tourismus, Mobilität und Handel erarbeitet. Der Einsatz neuer Technologien bietet dabei die Möglichkeit, die Attraktivität des Ortes für verschiedene Nutzergruppen erheblich zu steigern und gleichzeitig die lokale Ökonomie nachhaltig zu stärken. Wiederholte Messungen der Platznutzung und die Modellierung der Maßnahmen an einem CityScope werden im Laufe des Projekts Veränderungen identifizieren und Wechselwirkungen aufzeigen. Auf diese Weise sollen Indikatoren identifiziert werden, mithilfe derer die Veränderung des Hamburger Domplatzes operationalisiert werden und die (Wieder-)Belebung des Ortes anhand einzelner Faktoren überprüft werden kann.

Ein Pilotprojekt, das Schule machen wird

Die verschiedenen Maßnahmen und deren Evaluierung fließen in eine Methodenbox ein, durch deren Einsatz anschließend auch die Revitalisierung anderer öffentlicher Plätze ermöglicht werden soll, insbesondere durch lokal-relevantes kulturelles Storytelling. Das Forschungsprojekt bietet großes Potenzial, durch die datenorientierte Modellierung urbaner Szenarien mit digitalen Stadtmodellen und die Verknüpfung quantitativer mit qualitativen Daten neue Erkenntnisse für die Stadt- und Quartiersentwicklung zu erlangen. So schließt das Projekt mit der Entwicklung eines systematisierten Verfahrens, das eine Übertragung der für den Domplatz entwickelten Methodik auf weitere kleinräumige Quartiere erlaubt.

Die Projektpartner

Das Archäologische Museum Hamburg wird im Projekt „SmartSquare“ ergänzt durch die interdisziplinäre Perspektive der am Projekt beteiligten ForscherInnen des <a href=“https://www.hcu-hamburg.de/research/citysciencelab/“>CityScienceLab und des eCultureLab der HCU Hamburg</a>, dem Netzwerk der Digitalwirtschaft <a href=“https://www.medianet.hamburg/“>Hamburg@work</a> und <a href=“http://live.flyp.tv/eculture/homepage/“>eCulture.info.</a>


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