ZENTRALMAGAZIN

von am 17.09.2015 in Zentralmagazin

Ein Blick hinter die Kulissen des Museums des Archäologischen Museums Hamburg, Stadtmuseum Harburg | Helms-Museum

Die Präsentation von Exponaten in Ausstellungen ist das, was die meisten Besucher primär mit einem Museum verbinden – dabei erfüllen Museen noch weitere, norma­lerweise eher im Verborgenen stattfindende Aufgaben: Sammeln, Bewahren und Forschen.
Das Herzstück eines jeden Museums ist sein Magazin. Hier werden die kulturellen Hinterlassenschaften des Menschen, die überwiegend bei Ausgrabungen zu­tage kommen, für die späteren Generationen aufbe­wahrt.
Bei den Sammlungen des Archäologischen Museums Hamburg, Stadtmuseum Harburg | Helms-Museum handelt es sich um gewachsene Bestände, dabei liegt der Fokus der stadtgeschichtlichen Abteilung auf sogenannten „Harburgensien“, während die Archäologie ihren hoheitlichen Aufgaben nachkommt, Bodendenkmäler zu dokumentieren und die ausgegrabenen Funde zu bewahren. In den letzten zehn Jahren wurden umfangreiche Anstrengungen unternommen, um die Depotsituation zu verbessern; im Zuge eines von der Kulturbehörde initiierten Inventarisierungsprojektes werden die Bestände zudem seit 2008 digital erfasst.

 

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Blick in das Sammlungsarchiv des Museums-2       

Archäologische Sammlung
Das Museum besitzt eine der größten Sammlungen archäologischer Objekte Norddeutschlands. Hauptsächliches Sammelgebiet ist von Beginn an die Vor- und Frühgeschichte der Stadt Hamburg und des Landkreises Harburg. Seit der Eingliederung der staatlichen Bodendenkmalpflege Hamburgs als Abteilung des Museums im Jahre 1987 ist das Archäologische Museum Hamburg auch der Sitz der Landesarchäologie Hamburgs sowie der Kreisarchäologie Harburgs. Im Jahre 1972 wurden zudem alle die Vor- und Frühgeschichte betreffenden archäologischen Bestände aus den Hamburger Staatlichen Museen im damaligen Helms-Museum zusammengeführt. Seitdem wächst die archäologische Sammlung, bedingt durch die Tätigkeiten der Bodendenkmalpflege, kontinuierlich weiter; Großprojekte wie die 2014 abgeschlossene Ausgrabung in der Harburger Schloßstraße führen zu einem erhöhten Fundaufkommen.

Zu den ältesten Werkzeugen der Sammlung zählt ein 45.000 Jahre alter Faustkeil aus Maschen im Landkreis Harburg. Es handelt sich dabei um einen der nördlichsten Funde Europas. Zu den wertvollsten, im Tresor aufbewahrten Schätzen gehört der mittelalterliche Depotfund aus Haddien im Landkreis Friesland. Das aus vier goldenen Ohrringen bestehende Schmuckensemble stammt aus der Zeit um 1000 n.Chr.

 

Stadtgeschichtliche Sammlung
Grundsätzlich wurden und werden in der Abteilung Harburger Stadtgeschichte alle als museumswürdig erkannten Objekte und Dokumente gesammelt, die einen konkreten Bezug zur topografischen Entwicklung, Geschichte, Politik, Wirtschaft und Kultur der Stadt Harburg, ihres engeren Umlandes und (in früheren Zeiten) auch zur Landesgeschichte aufweisen. Naturgemäß besteht die Sammlung daher aus einer Vielzahl unterschiedlicher Objektgruppen aus allen Lebensbereichen. Inhaltliche Schwerpunkte ergaben und ergeben sich dabei aus Harburgs Geschichte als Residenz- und Garnisonstadt (z.B. Harburger Münzen des 17. Jh., Schützensilber, Militaria) und als Industrie- und Arbeiterstadt (z.B. Dokumente und Objekte aus Industrie, Handwerk und Gewerbe und spezifischer Ausprägungen von Arbeiter- und Unternehmenskultur). Daneben bilden die Kunst- und Grafiksammlung, die in erster Linie aus Werken von Künstlern der Region besteht, sowie die Sammlung historischer Stadtansichten Sammlungsschwerpunkte. Durch den Verkauf des Museums am Kiekeberg wurde die Sammeltätigkeit im Bereich der ländlichen Volkskunde stark eingeschränkt. Dennoch nimmt die aus der Zeit vor 1987 überkommene volkskundliche Sammlung (v.a. Truhen, sonst. Mobiliar, ländliche Textilien, landwirtschaftliches Gerät) weiterhin einen großen Raum ein.
Als herausragendes Konvolut wurde nach Einstellung der Harburger Anzeigen und Nachrichten (1844–2013) das komplette Zeitungsarchiv übernommen, das derzeit in die stadtgeschichtliche Sammlung eingegliedert wird.

Traunweg-13

 

Magazinsituation
Die Sammlungen des Archäologischen Museums Hamburg, Stadtmuseum Harburg | Helms-Museum werden derzeit in drei Gebäuden gelagert:
Haupthaus: Im klimatisierten Metallmagazin, das insgesamt etwa 100m2 umfaßt, werden die ungefähr 100.000 konservatorisch anspruchsvollen Objekte aufbewahrt. Das Magazin wurde Anfang 2012 umfänglich erweitert und saniert. Das Historische Aktenarchiv wird, ebenfalls seit 2012, mit neuem Mobiliar ertüchtigt und erweitert.
Stadtgeschichtliches Depot: Hier lagert die komplette Sammlung der Harburger Stadtgeschichte mit ungefähr 75.000 Objekten. Das Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 1.100 m2 inklusive Büro- und Sanitärbereich wurde im Jahr 2011 angemietet und vollständig saniert, u.a. wurde für das Bildarchiv ein Klimaraum eingerichtet.
Archäologisches Zentralmagazin Hamburg: Hier lagert der größte Teil der archäologischen Bodenfunde der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Gebäude hat inklusive Bürotrakt eine Fläche von etwa 1.400 m2 und wurde 2005 in Betrieb genommen. Hier wird der Großteil der schätzungsweise etwa 1.500.000 archäologischen Einzelobjekte aufbewahrt.

Blick in das Sammlungsarchiv des Museums-1
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Der NDR war am 15. September 2015 für die Sendung „Hamburg Journal“ im Zentralmagazin auf den Spuren der legendären „Hammaburg“. Wer mehr über die „Harburger Schatzkammer“ sehen möchte: Bitte hier klicken

Fotos: Nicole Malonnek, Michael Merkel und Katrin Schröder


Kommentare

2 Antworten zu “Sammeln, Bewahren, Forschen”


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