#EISZEITENHH

von am 23.03.2017 in #EiszeitenHH

Archäotechniker Kai de Graaf

Kai de Graaf arbeitet schon seit einigen Jahren mit dem Archäologischen Museum zusammen. Im Zuge der aktuellen Sonderausstellung „EisZeiten“ erweiterte sich die Kooperation zu einer Außenstelle im Naturschutzgebiet Höltigbaum. Der Archäotechniker macht Dinge begreifbar, die nicht mehr ausgegraben werden können. Geschichte und Archäologie gehören mindestens so sehr in die Natur wie ins Museum, denn da kommt sie ja her und dorthin bringt Kai de Graaf sie zurück. Das vermittelt er in seiner Waldläufer Akademie, wo er Werkzeuge vergangener Zeiten rekonstruiert und das Wissen über ihre Herstellung und Verwendung in Kursen weitergibt. Einige dieser Repliken werden auch im Museum ausgestellt. In dem folgenden Video erklärt Kai de Graaf die Funktionsweise einer eiszeitlichen Speerschleuder, der ersten Maschine der Menschheit.
Wer ihn übrigens live erleben möchte, sollte sich die Lange Nacht der Museen am 22. April merken. Dann führt der Bushcraft-Meister einen Musikinstrument-Workshop hier im Museum durch.

Podcast

Außerdem könnt Ihr Kai de Graaf in einer#EisZeiten Podcast-Folge hören: Archotechnik, experimentelle Archäologie und was der Wald noch über die Eiszeit weiß.

Speerschleuder

Die Menschen der Altsteinzeit waren geschickte Jäger. Um ihrer Jagdbeute noch effizienter nachstellen zu können, erfanden sie die Speerschleuder, die wie ein verlängerter Wurfarm wirkt. Die enorme Hebelwirkung führte zu einer erhöhten Abwurfgeschwindigkeit und damit viel größeren Reichweite und stärkeren Durchschlagskraft der Speere. In Experimenten erreichten die Speere Geschwindigkeiten von über 100 km/h.

Der Grundkörper der Speerschleudern bestand zumeist aus Holz, während die Abwurfhaken aus deutlich härterem Knochen oder Geweih geschnitzt wurden. Nur diese Haken haben bis heute über-dauert; sie zeigen oft Gravuren oder plastisch geformte Tiere. Die ältesten bekannten Stücke sind etwa 18.000 Jahre alt.


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