INTERVIEW / PORTRAIT

von am 07.12.2017 in Interview / Portrait

Bent Jensen

Für Karl-Heinz Satzky gibt es keine Rente. Das heißt, er ist zwar in Rente, aber er ruht sich nicht aus. Stattdessen arbeitet er nach Beendigung der Regelarbeitszeit mit 63 munter weiter. Unter anderem digitalisiert und sortiert er seit ein paar Jahren das Zeitungsausschnittarchiv des Archäologischen Museums und restauriert Außenexponate für das Internationale Maritime Museum Hamburg.
Seine Affinität zur Archäologie und der maritimen Geschichte ergibt sich aus seinem bewegten Lebenslauf. Karl-Heinz Satzky wuchs in Hildesheim auf, wo er als kleiner Junge als einziger in den zerbombten Ruinen des Roemer- und Pelizaeus-Museums spielen und mit dem damaligen Direktor in die Ausstellungen gehen durfte. Nach seiner Schulzeit (während der er übrigens als Schlagzeuger bei den noch jungen Scorpions mitspielte) beschloss er, die Welt zu sehen und zur See zu fahren. Nach einem erfolgreichen Abschluss an der ehemaligen Seemannsschule Finkenwerder beendete er außerdem erfolgreich die Steuermannslaufbahn.

 

Nach drei Jahren Seefahrt und leider zwei größeren Unfällen entschied er sich, sein Betätigungsfeld zu wechseln und begann eine fast 45 Jahre dauernde Karriere im Krankenhaus. Von der Ausbildung zum Krankenpfleger über ein Medizinstudium und Mitarbeit im OP bei Anästhesie und Intensivmedizin endete sein Weg schließlich in der Entwicklung und Forschung.
Alle beruflichen Stationen im Leben von Karl-Heinz Satzky aufzuzählen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, dennoch sollten ein paar seiner weiteren ausgeübten Tätigkeiten erwähnt werden: So er war zum Beispiel XXL-Limousinen-Chauffeur, Flüchtlings-Ersthelfer beim DRK, pädagogische Hilfskraft in verschiedenen Schulen beim DRK und AWH, Kapitän einer Krankenhausbetriebs-Fußballmannschaft, Helfer bei Seniorenfahrten des DRK und ist bis heute immer wieder als Komparse bei Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.
Die von Herrn Satzky am liebsten und mit besonders viel Leidenschaft ausgeübte Tätigkeit ist jene am Archäologischen Museum. Die Arbeit im Zeitungsausschnittarchiv des Museums ist allein deswegen nicht zu unterschätzen, weil regelmäßig sämtliche lokalen Tageszeitungen auf für das Museum relevante Beiträge überprüft werden müssen, um das Archiv ständig für die Zukunft zu erweitern. Außerdem müssen die gesammelten Beiträge archiviert und neu sortiert werden. Eine Mammutaufgabe, die von Karl-Heinz Satzky aber Zeitung für Zeitung gewissenhaft bewältigt wird.
Um das Archäologische Museum beziehungsweise seine Mitarbeiter noch besser verstehen zu können und vielleicht auch eigene Anregungen einzubringen, hat er vor drei Semestern ein Studium der Geschichte und Archäologie an der Universität Hamburg angefangen.
Karl-Heinz Satzky ist der beste Beweis dafür, dass man sich im »Alter« nicht einfach zurückziehen sollte. Vielmehr sollte man sich in verschiedenen, vielleicht auch neuen Bereichen und bei seinen Mitmenschen mit seiner Lebenserfahrung und Ideen einbringen und jene bereichern, bevor man – so Satzky – ganz unsichtbar wird.


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