ARCHäOLOGIE AUSGRABUNG

von am 16.06.2017 in Archäologie, Ausgrabung

Wir graben uns in die Geschichte von Seevetal!

Bei der Ausgrabung im Herzen vom Ramelsloh sind im Zuge der Abrissarbeiten der alten Gärtnerei archäologische Spuren zu Tage getreten. Es handelt sich um Baubefunde aus der Zeit des 8./9. Jahrhunderts sowie des 14./15. Jahrhunderts. Sie werden derzeit in einer Zusammenarbeit mit der Grabungsfirma ArchON Bock & Höppner Gbr aus Buchholz untersucht. „Von größtem Interesse sind für uns vor allem die frühen Funde, da hier erstmals die Möglichkeit besteht, archäologisch in die Gründungszeit Ramelslohs vor rund 1200 Jahren vorzudringen“, sagt Kreisarchäologe Jochen Brandt, Archäologischen Museum Hamburg. Die erste historische Erwähnung Ramelslohs datiert in das Jahr 845, als der Hamburger Erzbischof Ansgar vor einem Wikingerangriff aus Hamburg flüchten musste und zeitweilig in Ramelsloh Unterschlupf fand. Etliche der jetzt gefundenen Baustrukturen, darunter ein Brunnen/Zisterne und der Keller eines Hauses, in dem die Archäologen auf zahlreiche Funde hoffen, könnten aus dieser Zeit stammen. Das Grundstück, auf dem ausgegraben wird, gehörte zum Stift Ramelsloh und beherbergte über lange Zeit, mindestens seit 1601, eine sogenannte Kurie, das Wohnhaus eines Stiftsangehörigen, das ab 1612 zugleich als Dorfschule diente. „Dass hier überhaupt Bebauungsspuren erhalten geblieben sind, grenzt schon an ein Wunder“, so Brandt, „denn das Grundstück ist in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder überbaut worden.“


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