#EISZEITENHH

von am 21.10.2016 in #EiszeitenHH

Heute bringen wir mal ein bisschen Action in den Blog! Eine der frühesten Erfindungen der Menschheit hat schon in seit der Steinzeit für Aufregung gesorgt: Waffen! Hurra!

 

comic_waffen_eiszeitenblog

Um sich gegen die von Natur aus bewaffnete Tierwelt verteidigen zu können, brauchte der Mensch bereits recht früh ein Werkzeug, um sich zu verteidigen. Und um eben jene Tierwelt für Nahrung und diverse Rohmaterialien auszuschlachten. Das soll jetzt allerdings gar nicht so negativ klingen, immerhin wären wir heute wahrscheinlich nicht da, wo wir sind, wenn unsere Vorfahren keine Kleidung aus Tierfellen und Werkzeuge aus Tierknochen hergestellt hätten – von den Musikinstrumente mal ganz abgesehen, auf die ich in ein paar Tagen näher eingehen werde.

Die womöglich älteste etwas komplexere Waffe (manch ein Wissenschaftler spricht hier sogar von einer einfachen Maschine) war die Speerschleuder. Wie im Comic detailgetreu rekonstruiert, bestand die Waffe aus zwei Teilen: einem etwa 2 m langen dünnen Speer aus Holz mit einer Spitze aus Geweih oder Stein und der Schleuder, einer 55 bis 75 cm langen gebogenen Wurfhilfe, die an einem Ende mit einem hakenförmigen Einsatz versehen war. Wer nun einen Speer mit Hilfe dieser Konstruktion schleuderte, konnte aufgrund der erhöhten Hebelwirkung die Wurfdistanz im Vergleich zum Wurf ohne Schleuder verdoppeln und das Geschoss auf Geschwindigkeiten von über 100 km/h beschleunigen.

Die erste Speerschleuder tauchte vor 20.000 Jahren auf, vorher jagten unsere Vorfahren mit Stoßlanzen, Wurfspeeren und – jetzt kommt’s – Bumerangs! Das hätte ich nun wirklich nicht erwartet, aber in Polen wurde eine solche Waffe gefunden. 72 cm lang. Wahrscheinlich wurden damit Vögel und kleine Säugetiere gejagt, wie wir es heute von den Aborigines kennen. Genauso spannend: Bereits vor möglicherweise 16.000 Jahren nutzten unsere lieben Jäger und Sammler Bögen! So wird es zumindest aufgrund von möglichen Pfeilspitzenresten aus dieser Zeit vermutet. Der älteste komplette Bogen wurde in Dänemark gefunden und ist etwa 7500 Jahre alt, stammt also aus dem Mesolithikum und eigentlich nicht mehr richtig aus der Eiszeit.

Wie dem auch sei, gegen die spätere – sagen wir mal antike – Waffentechnologie sahen unsere paläolithischen Freunde natürlich im wahrsten Sinne des Wortes alt aus. Der Grieche in unserem Beispiel hat sich zwar mit der Wahl seiner Waffe zurückgehalten, aber selbst die Schleudern, die besonders gerne von den griechischen Streitkräften genutzt wurden, erreichen Geschwindigkeiten und Distanzen von eiszeitlichen Speerschleudern. Schleudern waren übrigens aus offensichtlichen Gründen noch bis ins Mittelalter eine beliebte Waffe, da sie leicht zu transportieren waren und die Munition (also Steine) fast überall auf dem Boden lag. Sehr praktisch.

Euer feindlicher Klarchologe Bent

Unter dem gemeinsamen Titel „EisZeiten“ (Hashtag #EisZeitenHH) führen das Archäologische Museum Hamburg und das Museum für Völkerkunde Hamburg ihre Besucher vom 18. Oktober 2016 bis 14. Mai 2017 in diese einzigartige Welt


Kommentare

Eine Antwort zu “Antike vs. Eiszeit Teil IV – Waffen!”

  1. Felix

    Ich finde die Reihe klasse, zeige sie immer meinem Sohn.
    Die Informationen werden anschaulich vermittelt.
    Großes Lob, werde sie weiterhin verfolgen

Kommentare sind geschlossen.


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