FRAUENFIGUR MIT ZIERBAND

Diese harmonisch und ausgewogen wirkende Figur zeigt das charakteristische Erscheinungsbild der russischen Frauenstatuetten aus der Zeit des Gravettien. Die Betonung liegt auf der Körpermitte mit den schweren, hängenden und auf dem vorgewölbten Bauch liegenden Brüsten. Der Kopf ist abgebrochen, und vermutlich sind auch die Beine unvollständig erhalten. Die reduziert gestalteten Arme liegen seitlich an. Interessant ist das differenziert ausgearbeitete Bekleidungselement dieser Figur. Oberhalb der Brüste wurde ein Band mittels dreier paralleler Ritzlinien dargestellt, das zusätzlich mit schräg verlaufenden Linien verziert ist. Dieses Ornament setzt sich auf der Rückseite fort. Das Gesäß wurde durch tiefe Ritzungen deutlich hervorgehoben.

FUNDORT: Kostenki
ALTER: ca. 25.000 Jahre vor heute
EPOCHE: Gravettien
MATERIAL: Mammutelfenbein
HÖHE: 8,8 cm
AUFBEWAHRUNGSORT/LEIHGABE/FOTO: Kunstkammer St. Petersburg, Russland

Das Archäologische Museum Hamburg zeigt mit der Ausstellung »EisZeiten – Die Kunst der Mammutjäger« (bis 14. Mai 2017) eine stattliche Anzahl originaler Meisterwerke der Eiszeitkunst aus der Zeit der Anfänge menschlichen Kunstschaffens. Insbesondere die herausragenden Funde aus den Sammlungen in Sankt Petersburg sowie die kleinen Elfenbeinfiguren der Schwäbischen Alb aus den Sammlungen der Universität Tübingen sind herauszustellen, da sie zu den ältesten Kunstwerken der Welt zählen. In den nächsten Blogbeiträgen stellen wir Euch einige Leihgaben dieser einzigartigen eiszeitlichen Kunst u. a. in Wort, Bild und Video vor!

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