Tiere der Eiszeit

Die imposantesten Säugetiere der Eiszeit sind zweifelsohne das Wollhaarmammut und das Wollnashorn. Zahlreiche Knochenfunde aus Kiesgruben und Flussbetten zeigen, dass diese Großsäuger in unserer Region weit verbreitet waren. Hier stand genügend Weideland zur Verfügung, hier verbrachten sie die kurzen Sommer. Im Herbst wanderten sie gen Süden, wo sie in etwas gemäßigteren Gebieten die harten Winter überstanden.
Mit dichtem Fell und schützender Fettschicht waren Mammut und Wollnashorn an das spezifische Klima angepasst, mit zunehmender Wärme starben sie jedoch aus. Mit dem Ende der letzten Eiszeit verschwand aus verschiedenen Gründen etwa ein Drittel der damals in Europa lebenden Arten, darunter Höhlenlöwe, Riesenhirsch, Höhlenhyäne oder Höhlenbär. Viele andere Tierarten leben bis heute fort, nachdem sie sich in kältere Regionen zurückgezogen haben.

 

Mammut

Wollhaarmammuts sind die Vorfahren der heute noch lebenden asiatischen Elefanten. Mit einer Risthöhe von über 3 m waren sie ähnlich groß wie diese. Als einzige Elefantenart hatte sich dieses größte Säugetier der Eiszeit an die Kälte angepasst. Besonders auffällig waren seine riesigen, bis zu 4 m langen und bis zu 120 kg schweren Stoßzähne.
Mammuts lebten in weiten Teilen Europas, Asiens, Afrikas und Nordamerikas. Sie waren reine Pflanzenfresser, ihre Nahrung bestand aus Gräsern und Sträuchern.

 

Wollnashorn

Dichtes wollenes Fell und eine dicke Fettschicht schützten Wollnashörner vor der eisigen Kälte. Besonders eindrucksvoll waren ihre beiden Hörner. Das vordere konnte bis zu 1 m lang werden. Wie ein Pflug wurde es benutzt, um an die Gräser unter dem Schnee heranzukommen; das wollige Ungetüm war nämlich ein Pflanzenfresser.
Eiszeitliche Künstler hinterließen an Höhlenwänden beeindruckende Bilder dieser mächtigen Tiere, die vor 500.000 Jahren in Europa und Asien lebten und mit dem Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren ausstarben.

Rentier

Die ersten Rentiere lebten schon vor über 500.000 Jahren in Europa. Mit ihrem isolierenden Fell sind sie bestens an kalte Temperaturen angepasst. Von anderen Hirschen unterscheiden sie sich dadurch, dass auch weibliche Tiere ein Geweih tragen.
In der Eiszeit war das Rentier die wichtigste Jagdbeute der Menschen. Es lieferte nicht nur Fleisch zum Essen, sondern auch wärmendes Fell für Kleidung und Zelte sowie Knochen für Waffen und Werkzeuge.
Später ist das Ren als einzige Hirschart vom Menschen domestiziert worden.

 

Wildpferd

Wie Pferde in der Eiszeit aussahen, erzählen nicht nur Knochenreste, sondern auch zahlreiche lebensnahe Höhlenmalereien: Die Tiere waren klein und stämmig, ihr Fell war braun, gelb oder rot mit einem braunen Strich auf dem Rücken, und sie hatten eine dunkle Stehmähne.
Wildpferde waren für die damaligen Menschen Jagdbeute. Schon vor über 300.000 Jahren wurden sie vom Homo erectus mit hölzernen Wurfspeeren erlegt. Mit der Zähmung und Züchtung zum Hauspferd vor mehr als 7.000 Jahren hat sich die Beziehung zwischen Mensch und Pferd grundlegend verändert.

 

Bison

Der Bison ist ein Wildrind, dessen früheste Vertreter sich vor knapp zwei Millionen Jahren in Asien entwickelten. Vor 900.000 Jahren erreichten Steppenbisons Europa. Mit ihren kräftigen, weit ausladenden Hörnern wurden sie oft auf Höhlenmalereien dargestellt.
Als während der letzten Eiszeit der Meeresspiegel stark sank, überquerten Steppenbisons die dadurch freiliegende Landbrücke von Sibirien nach Alaska und breiteten sich in Nordamerika aus. Zu ihren Nachfahren gehören die bis zu 900 kg schweren Indianerbüffel.

 

Das Archäologische Museum Hamburg und das Museum für Völkerkunde Hamburg beleuchten vom 18. Oktober 2016 bis 14. Mai 2017 erstmals in einer großen Doppelausstellung unter dem Titel „EisZeiten“ die harten Lebensumstände und die faszinierende Kreativität der Menschen am Rande des Eises damals wie heute. Dazu wird im Archäologischen Museum Hamburg die Teilausstellung Die Kunst der Mammutjäger und im Museum für Völkerkunde Hamburg die Teilausstellung Die Menschen des Nordlichts präsentiert.

 

Wir bedanken uns für das Copyright:
Mammut: AuntSpray/Shutterstock.com
Wollnashorn: AuntSprayshutterstock
Rentier: Yuriy Ponomarev/Shutterstock.com
Pferde: JKlingebiel/Shutterstock.com
Bison: shutterstock_v3680609

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