(7) Das Auf und Ab einer Ausstellung und die archäologische Arbeitsweise

Für den Aufbau einer Ausstellung benötigt man den Abbau der vorigen Ausstellung. Irgendwie selbsterklärend. Wer jetzt aber glaubt, das wäre so einfach, wie es klingt, der hat ja keine Ahnung:

Die derzeitige Ausstellung ist zeitlich begrenzt. So weit, so gut. Hektisch wird’s dann aber, wenn nach offizieller Beendigung der Ausstellung doch noch eine Führung für einen Gast geplant ist. Das wäre so weit auch erstmal kein allzu großes Problem; wenn da nicht die nächste Ausstellung wäre, die sich terminlich auf das Ende der ersten abgestimmt hätte… Heißt im Klartext: Sobald die letzte Führung endgültig zuende ist, sprinten alle Mitarbeiter in die Ausstellung und fangen an, hektisch die Ausstellungsstücke aus den Vitrinen zu schaufeln, diese Vitrinen dann ebenfalls mit Karacho aus dem Raum zu schieben und Plakate und Tafeln von den Wänden zu reißen – so sieht das Ganze jedenfalls in meiner Vorstellung aus, wenn ich in der „Abbau-Besprechung“ zu Ohren bekomme, wie knapp das zeitlich alles wird… So läuft das aber nicht bei den Archäologen! 😉

So ein Abbau muss genauestens geplant werden: Wohin so schnell mit den Dingen, die abgebaut werden? Ein weiteres Problem: Die Fundstücke aus der momentanen Ausstellung sind noch nicht beschriftet – und wehe, da wird auch nur ein Stück falsch wegsortiert oder die Fundstücke durcheinander gebracht! Aber wisst ihr, worin Archäologen unschlagbar sind? Im Fundstücke sortieren, beschriften und ordnen! Und zwar mit einer solch peniblen Genauigkeit, dass ich Zukunftsängste bekomme, wenn ich mir mein Chaos auf meinem Schreibtisch begucke… Aber ich bin ja auch noch in der Ausbildung!

Anti-archäologischer Arbeitsplatz!
Anti-archäologischer Arbeitsplatz!

Um die bisher unbeschrifteten Funde mache ich mir jedenfalls keine Sorgen. Die werden dann halt beschriftet und vorsortiert und kommen dann in Kisten, die dann ebenfalls nochmal sortiert werden (wie gesagt: penible Genauigkeit 😉 ). Dafür muss dann nur noch ein geeigneter Lagerplatz her, denn Jahre alte Fundstücke darf man nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen lagern –noch so’n Archäologen-Ding. Auch müssen die Objekte, die man von anderen Museen oder ähnlichen Einrichtungen geliehen hat (wer jetzt weiß, wovon ich spreche, hat fleißig meine ersten Blogs gelesen :)), ordnungsgemäß zum Leihfristende zurückgebracht werden.

Jetziger Zustand… Muss aber alles weg.
Jetziger Zustand…
Muss aber alles weg.

Ihr seht, die Planungen für eine Ausstellung sind alles andere als schnell und spontan. Bis man soweit ist, dass man sich um den Aufbau der kommenden Ausstellung bemühen kann, muss man halt schon einige Kisten beschriftet, geordnet, vorsortiert und nochmal richtig sortiert haben – ganz archäologisch, versteht sich ;).

Lena, Praktikantin, feindliche Klarchologin

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