(4) Ist das Kunst oder kann das weg?

Ein 29. Februar – Jaaaay, ein extra Tag für die Vorbereitungen unserer EisZeiten-Ausstellung! Als wissenschaftliche Beratung haben wir uns Frau Dr. Sybille Wolf und Herrn Professor Dr. Harald Floss von der Uni Tübingen mit ins Boot geholt. Ihnen erklären wir also ebenfalls unsere Ideen und bisherigen Planungen aus den letzten Wochen, damit sie als Fachwissenschaftler für diese Epoche, und vor allem der Funde aus der Zeit, noch einmal Feedback geben. Tatsächlich stößt unser Konzept auf Zuspruch, auch wenn es sportlich sei, ein solches Vorhaben bis zur Eröffnung am 16. Oktober 2016 umzusetzen. Aber bei so einer besonderen Ausstellung lohne es sich, noch einmal ordentlich Gas zu geben. In unserer Ausstellung werden nämlich Fundstücke zu sehen sein, die in dieser Konstellation noch nie in Hamburg und sogar noch nie in Deutschland gewesen sind. Es handelt sich immerhin um die bedeutendsten Fundstücke, beziehungsweise um die ältesten Kunstwerke der Welt. Merke: Zu diesem Zeitpunkt sind die Frauenstatuetten also nicht mehr einfach bloß adipös und nackt, sondern auch noch steinalt. Aber hey, das ist Kunst, okay?!

Dick, nackt und -im wahrsten Sinne des Wortes- steinalt: Die „Kunst“ der Eiszeit
Dick, nackt und -im wahrsten Sinne des Wortes- steinalt:
Die „Kunst“ der Eiszeit

Die spinnen, die Archäologen… Ja, wirklich! Just vor einigen Stunden bin ich mit unserer Werkstudentin eine der unzähligen Objektlisten durchgegangen.

Werkstudentin Lisa. Eigentlich ist sie auch klassische Archäologin, verhält sich diesbezüglich aber recht sonderbar und macht immer häufiger mal ‘nen Abstecher in die Ur- und Frühgeschichte. Langsam fange ich an, mir Sorgen zu machen - Ob das ansteckend ist?
Werkstudentin Lisa. Eigentlich ist sie auch klassische Archäologin, verhält sich diesbezüglich aber recht sonderbar und macht immer häufiger mal ‘nen Abstecher in die Ur- und Frühgeschichte.
Langsam fange ich an, mir Sorgen zu machen – Ob das ansteckend ist?

Darauf waren angeblich zu sehen: Tierstatuettenköpfe, Steinplatten mit Ritzungen des weiblichen Geschlechtsorgans, in vermutlich letzterem Zusammenhang auch Steine mit Einkerbungen und sogar die Darstellung eines männlichen Geschlechtes. Was meiner Meinung nach darauf zu sehen war: Steinklumpen, Steinplatten mit eingeritzten Dreiecken, Steine mit Löchern und besonders stolz war ich auf mich, als ich einen vermeintlichen Kochlöffel identifizierte! Wenigstens die Phallusdarstellung sah nach dem aus, was es sein sollte. Aber was will man da auch groß verkehrt machen?

Ein Stein... …ist aber der Kopf einer Löwenstatuette.
Ein Stein…
…ist aber der Kopf einer Löwenstatuette.
Könnte auch ein Kochlöffel sein... …ist aber mit Sicherheit irgendwas anderes.
Könnte auch ein Kochlöffel sein…
…ist aber mit Sicherheit irgendwas anderes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittlerweile frag‘ ich mich, wer denn jetzt die blühende Fantasie hat – ich oder die Eiszeitmenschen?

Lena, Praktikantin, feindliche Klarchologin

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