Radau für mehr Kultur!

Es ist ein ambivalentes Verhältnis, das die Archäologen unseres Museums gerade zu ihrem Parkplatz haben. Bis vor knapp zwei Monaten war alles wie es sein sollte. Der Parkplatz in unserem Innenhof, begrenzt von einer zumindest in der Woche nicht bimmelnden Kirche und unterschiedlichstem Grün, lag ruhig und beschaulich dar und bot all den Autos Rast, die Mitarbeiter zur Arbeit geleitet hatten, aber auch denen, die regelmäßig die Bodendenkmalpflege zu ihren Einsatzorten eskortieren.
Doch in einer funktionierenden Beziehung müssen die Partner einander Luft zu atmen geben, vor allem, wenn sich einer der beiden weiterentwickeln möchte. Und unser Parkplatz hat genau das vor. Ein großer Teil von ihm hat oftmals sein Leben in Langerweile gefristet und vergeblich auf Aufmerksamkeit gehofft, sodass er sich jetzt mit unserem Theater zusammen tut. Dieses weiß nämlich kaum von Langerweile zu berichten. Schließlich ist es eine der großen Kulturbühnen Harburgs, wo es Aufführungen zum Lachen, Fürchten und Fiebern gibt, für Groß und Klein. Und diesen großen Gefühlen soll nun mehr Raum geboten werden, auf und vor der Bühne! Der Parkplatz erkannte die Gelegenheit, seinem Leben eine neue Wendung zu geben und bot den Platz zur Erweiterung. Weil er aber uns auch weiter treu bleiben möchte, wird er einen kleineren Bereich auch wieder für unsere Autos herrichten lassen.
Zu Beginn musste das Gelände von einem Kampfmittelräumdienst untersucht werden, was ohne nennenswerte Vorfälle gemeistert wurde. Seit heute geht es an den Abriss der Bühne!
Der Innenhof ist erfüllt vom Röhren staubbedeckter Männer und Maschinen, die bis in 30 Meter Höhe rangieren werden müssen, um unserer Kulturerweiterung Raum zu schaffen. Doch wir stehen am Anfang. Es werden noch Mauern eingerissen und gezogen werden müssen, Planierraupen das Gelände und Presslufthämmer unsere Gehörgänge formen.
Manch einer könnte vermuten, solch ein Radau könnte das Arbeitsklima stören. Manch ein anderer könnte aber behaupten, dieser würde es bereichern, um spannende Minuten, in denen unsere inneren Kinder am Fenster stehen und mit dem Kranführer mitfiebern, während dieser in atemberaubender Höhe Stahl und Beton über unsere Köpfe hinweg hebt …

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