Interview mit Dr. Michael Merkel

Michael Merkel kam 1965 in Hamburg zur Welt. Früh begann er schon den Forscher in sich zu entdecken und so wundert es nicht, dass er sich die Archäologie in verschiedenen Ecken des Landes genauer anguckte, bevor er an das Archäologische Museum Hamburg kam. Er studierte in Hamburg, Mainz und schlussendlich in Kiel. An der zuletzt genannten promovierte er 2001 über ein fränkisches Gräberfeld im Saarland.
Schon seit 1995 bereichert er das Team hier im Museum. Zunächst als Voluntär, später als Sammlungsleiter und stellvertretender Direktor betreut Michael die Sammlungen. Da er sich zusätzlich als IT-Koordinator um unsere Netzwerke, Datensicherung und App-Entwicklung kümmert, ist es wohl nicht zu viel gesagt, ihn als unentbehrliches Inventar zu bezeichnen. In seiner Funktion als Sammlungsleiter ist Michael unteranderem verantwortlich für die digitale Erfassung der Sammlungsbestände.
Natürlich arbeitet er auch mit an der Hammaburg-Ausstellung: Er konzipiert, organisiert, sichert und leiht aus. Besonders Freude hierbei macht ihm die Arbeit an dem Kinderbereich. Das liegt daran, dass dem Vater zweier Kinder eines ganz besonders am Herzen liegt: Archäologie so zu erzählen, dass sie Kindern Spaß macht und sie gleichzeitig zu sensibilisieren für die Bedeutung der Menschheitsgeschichte in ihrem eigenen Leben.

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Dr. Michael Merkel

Wie hast du dir als Kind die Hammaburg vorgestellt?
Na, schon als richtige Steinburg. So mit Zinnen und Türmchen. Und mich als ihr kleiner Ritter, der von ihr aus mit strahlender Rüstung und schillerndem Schwert, seine Abenteuer bestritten hat. Halt so eine richtige rheinische Bilderbuchburg mit voller Ausstattung und den dazu gehörenden Geschichten.

Und stellst du sie dir immer noch so vor?
Nein, natürlich nicht. Das hat Ingo mir ja ausgeredet! (lacht) Letztendlich ist die Romantik der Archäologie gewichen und ich habe solche Burganlagen ja auch schon ausgegraben. Heute stell ich mir dann doch eine Burganlage vor, die aus Holz und Erde besteht und von einem Graben umgeben ist. Es wäre ja auch viel zu anstrengend gewesen, den ganzen rheinischen Schiefer hier hoch zu schleppen…

Wenn du an unsere Hammaburg-Ausstellung denkst, gibt es da etwas, wovor du Angst hast?
Nun ja, unsere Ausstellung ist eine Art Indizienprozess: Wir haben spannende Erkenntnisse zur Hammaburg gewonnen und auch neue Ansätze zur Rekonstruktion der Burganlage. Angst habe ich davor, dass die Urhamburger andere Erwartungen an diese haben und uns unseren neuen Ansätze nicht verzeihen –und deshalb, wovor jeder Ausstellungsmacher Angst hat, weniger Besucher kommen.

Und auf was freust du dich besonders?
Natürlich darauf, unsere Forschungsergebnisse zu präsentieren! Da gehen Sorge und Glück miteinander einher. Persönlich freue ich mich aber ganz besonders darauf, mit meinen Kindern durch unsere Kinderausstellung zu gehen und auch auf das Kinderbuch über Ansgar. Es ist schön den beiden was von unserer Arbeit zeigen zu können, was quasi für sie gemacht ist.

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